DSGVO: Die 10 wichtigsten Neuerungen

23.05.2018 | Lesezeit: 3 Minuten

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (kurz „DS-GVO“) tritt am Freitag, 25. Mai 2018 in Kraft. Viele Unternehmen und Privatpersonen sind seit Wochen in heller Aufruhr, denn viele malen regelrechte „Horrorszenarien“ auf, die eintreten könnten. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick über die 10 wichtigsten Neuerungen.

Das Thema „DS-GVO“ ist umfangreich und komplex. In insgesamt 99 Artikeln regelt die neue Verordnung, wie Unternehmen, Behörden und Gewerbetreibende mit personenbezogenen Daten umgehen sollten. Ziel der Verordnung (EU) 2016/679 ist es, die Rechte für EU-Bürger hinsichtlich des Datenschutzes zu stärken und zu vereinheitlichen.

Die folgenden 10 Punkte stellen die wichtigsten Änderungen dar:

  1. Einwilligung für Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten
    Grundsätzlich ist die Datenverarbeitung verboten. Deshalb müssen Sie vorher eine Einwilligung („Opt-In“) bspw. mithilfe eines Dialogfelds erfragen und ihn darüber aufklären, dass Ihre Webseite Cookies verwendet und Sie dadurch (personenbezogene) Daten sammeln.
  2. Geltungsbereich
    Die DSGVO gilt nicht nur für Unternehmen innerhalb der Europäischen Union. Alle Anbieter außerhalb der EU, die Ihre Waren und/oder Dienstleistungen an Bürger der EU richten, sind zur Erfüllung der neuen Richtlinien verpflichtet.
  3. Informationsrechte für EU-Bürger
    Betroffene sind nun umfangreicher als bisher über die Verarbeitung Ihrer Daten und über Ihre Rechte aufzuklären und zu informieren. Sie müssen daher bspw. Angaben zum Zweck der Datensammlung, der Aufbewahrungsdauer und den Ansprechpartner für Datenschutzangelegenheiten in Ihrer Firma machen.
  4. Haftung und Sanktionen
    Durch die DS-GVO wird die Haftung erheblich verschärft. Bewegten sich die Bußgelder vor Inkrafttreten der DS-GVO noch zwischen 10.000€ (Durchschnitt) bis 300.000€ (nur in Ausnahmefällen), werden künftig bis zu 20 Millionen Euro bzw. 4% des letztjährigen, globalen Umsatzes fällig.
  5. “Privacy by design and by default”
    Das Thema Datenschutz ist bereits bei der Planung neuer Projekte zu beachten. Eine „datenschutzfreundliche Grundeinstellung“ ist zu berücksichtigen.
  6. Datenschutzverstöße
    Sollte jemals der Fall eintreten, dass Sie eine Datenschutz-Panne oder ein Datenschutzleck haben, sind Sie verpflichtet innerhalb von 72 Stunden diese bei der zuständigen Aufsichtsbehörde zu melden.
  7. Recht auf „Vergessenwerden“ oder Löschung
    „Betroffene“ haben künftig das Recht, ihre Daten auch im Internet löschen zu lassen. Diese Initiative muss allerdings von der natürlichen Person selbst kommen. Werden Sie dazu aufgefordert, dann müssen Sie dem unverzüglich nachgehen und auch andere Unternehmen, die von Ihnen Daten der Person erhalten haben, von dem Löschungsbegehren informieren.
  8. Benennung eines Datenschutzbeauftragten
    Die DSGVO erfordert zukünftig die Benennung eines Datenschutzbeauftragten und die Mitteilung an die Aufsichtsbehörden, sofern Sie der „Benennungspflicht“ unterliegen.
  9. „One-Stop-Shop“
    Das Prinzip des „One-Stop-Shop“, also das Prinzip der einheitlichen Anlaufstelle, besagt, dass für grenzüberschreitende Datenvereinbarungen innerhalb der Europäischen Union nur eine Aufsichtsbehörde, nämlich am Sitz der Hauptniederlassung, zuständig ist. Quasi „alles aus einer Hand“.
  10. Personenbezogene Daten von Kindern
    Erstmals wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Einwilligung personenbezogener Daten erst mit 16 Jahren möglich ist. Sollte die Person das 16. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, müssen die Eltern eine Einwilligung geben. Eine nachträgliche Genehmigung ist ausdrücklich ausgeschlossen!

Wer sich jetzt noch keine Gedanken um den Schutz der (personenbezogenen) Daten der Website-Besucher und Kunden gemacht hat, der muss schleunigst handeln. Überprüfen Sie, ob Sie die obigen, aber auch die vielen anderen Maßnahmen auf intern bzw. auf Ihrer Webseite aufgenommen und umgesetzt haben.

Warnung: Mit Sicherheit wird es, wie damals beim Thema „Filesharing“ bzw. „Urheberrechtsverletzung“ wieder gewiefte Anwälte geben, die im großen Stile Abmahnungen versenden. Aber: Wer zuletzt kommt, den beißen die Hunde – planen Sie Wartezeit ein, falls Sie sich fachanwaltliche Hilfe nehmen möchten. Bei vielen Anwälten glühen die Telefonleitungen!

Wichtiger Hinweis in eigener Sache: Beim Thema „Daten“ vertreten wir die Meinung „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Nichtsdestotrotz ist die ALMARON GmbH & Co. KG eine Online Marketing Agentur und keine Anwaltskanzlei. Wir können, dürfen und werden keine Rechtsberatung geben!

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